Wieso sich „Home-Office“ und Präsenzkultur nicht widersprechen

Wenn man sich in seinem Bekanntenkreis einmal umhört, bekommt man schnell das Gefühl, ein Großteil seiner Bekannten arbeite mittlerweile bequem von zu Hause aus – zumindest gelegentlich. Kein Wunder: In Zeiten der Digitalisierung setzen Unternehmen zunehmend auf flexible Arbeitsmodelle, wie zum Beispiel das oft erwähnte Modell „Home-Office“. Der frühere Standard, die Präsenzkultur, verliert in vielen Unternehmen zunehmend an Bedeutung.

Mareike Kaczorowski, Office Manager
Mareike Kaczorowski ist bei MailStore die Expertin für alles rund um HR.

Der Begriff „Home-Office“ wird in den meisten Fällen jedoch falsch verwendet. Im folgenden Interview erklärt Mareike Kaczorowski was „Home-Office“ eigentlich bedeutet und erläutert weshalb MailStore entgegen des Trends auf Präsenzkultur setzt, ohne dabei Flexibilität und mobiles Arbeiten auszuschließen. Als Office Manager bei MailStore ist Mareike unter anderem für den Bereich HR zuständig und bringt auch aus anderen Unternehmen, wie beispielsweise von Daimler, vielfältige Erfahrung in diesem Bereich mit.

Mareike, eine Frage vorab: alle sprechen von „Home-Office“, aber so ganz richtig ist das nicht, oder?

„Stimmt. Rechtlich gesehen gibt es den Begriff ‚Home-Office‘ gar nicht. Die Arbeitnehmergesetze, die heutzutage ziemlich veraltet wirken, sprechen stattdessen von der ‚Telearbeit‘ bzw. in diesem konkreten Fall von der ‚Teleheimarbeit‘. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer seine Aufgaben als Heimarbeit von zu Hause aus verrichtet. Die Telearbeit fällt unter die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und das mit allen dazugehörigen Konsequenzen für Arbeits- und Datenschutz. Das heißt, der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, auch bei seinen Mitarbeitern zu Hause, Arbeits- und Datenschutzgesetze einzuhalten. Arbeiten am Küchentisch oder auf dem Sofa während die Kinder im gleichen Raum spielen? Das ist mit der Telearbeit rechtlich gar nicht erlaubt, da der Arbeitgeber so zum Beispiel seiner Datenschutzpflicht nicht nachkommen kann. Um die Vorschriften erfüllen zu können und Dritten keinen Zutritt zum Arbeitsplatz zu gewähren, braucht der Arbeitnehmer einen abschließbaren Raum zu Hause, der unter Umständen vom Arbeitgeber möbliert werden muss. Wer Telearbeit leistet, muss auch jederzeit damit rechnen, dass der Chef oder aber eine Fachkraft für Arbeitssicherheit vor der Tür stehen kann, um Besichtigungen durchzuführen. Dazu muss beachtet werden, dass der Vermieter eine solche gewerbliche Nutzung der Wohnräume sogar untersagen darf. Mit diesem Wissen stellt sich schnell die Frage: Möchte ich als Arbeitnehmer wirklich im Home-Office arbeiten und mein privates Umfeld in solchem Maße von meinem Arbeitgeber bestimmen lassen?“

Da viele Menschen mittlerweile von zu Hause arbeiten, scheint es aber eine Alternative zu diesem Konzept „Home-Office“ bzw. „Telearbeit“ zu geben. Welche ist das?

„Genau, die gibt es. Was die meisten Menschen umgangssprachlich als Home-Office bezeichnen, ist juristisch gesehen als ‚mobiles Arbeiten‘ definiert. Dabei wird typischerweise an wechselnden Einsatzorten gearbeitet und nicht ausschließlich von zu Hause aus. Rechtlich fällt das mobile Arbeiten nicht unter die Arbeitsstättenverordnung, was dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer erheblich größere Freiheiten lässt. Aber natürlich müssen trotzdem der Datenschutz und die Arbeitssicherheit gewährleistet werden. Diese werden aber in individuell vereinbarten Arbeitsregeln zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt.“

Wir haben also gerade gelernt, dass viele Unternehmen gar nicht vermehrt auf Home-Office, sondern auf mobiles Arbeiten setzen. Wieso setzt MailStore denn entgegen des Trends auf Präsenzkultur? Ist das Modell in Zeiten der Digitalisierung nicht etwas veraltet – vor allem in der IT-Branche?

„Bei MailStore arbeiten wir agil und in allen Bereichen mit der Kanban-Methode. Unsere Arbeitsweise zeichnet sich durch kurze Wege und einen sehr schnellen Austausch untereinander aus, womit wir eine unkomplizierte Abstimmung zwischen und innerhalb der Abteilungen gewährleisten. Das persönliche Miteinander und auch die persönliche Wertschätzung sind uns sehr wichtig und lassen sich aus unserer Sicht nur über die regelmäßige Anwesenheit der Mitarbeiter realisieren. Diese Themen sind nie so aktuell wie heute gewesen, in Zeiten der Digitalisierung.“

Gibt es weitere Vorteile der Präsenzkultur?

Teamwork
Teamwork wird bei MailStore groß geschrieben

„Der Aufbau und Erhalt einer wertschätzenden und familiären Unternehmenskultur ist nur dann möglich, wenn die Mitarbeiter im Unternehmen anwesend sind. Außerdem gestalten sich Meetings und die zur Kanban-Methode gehörenden regelmäßigen Stand-Ups einfacher, wenn alle Mitarbeiter persönlich anwesend sind. Keine Technik der Welt kann ein persönliches Gespräch in vollem Umfang ersetzen. In Vorstellungsgesprächen hören wir auch immer wieder, dass das persönliche Miteinander einen sehr hohen Stellenwert bei den Bewerbern hat. Ein tolles Team mit einer entsprechenden Unternehmenskultur ist teilweise sogar wichtiger als das Gehalt selbst.“

Heißt das denn, dass MailStore mobiles Arbeiten komplett ausschließt?

„Nein, mobiles Arbeiten ist bei uns in Absprache trotzdem möglich, wenn es betrieblich sinnvoll ist. Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter einmal Ruhe für die Aufzeichnung eines Videos oder die hoch konzentrierte Einarbeit in eine komplizierte Thematik benötigt, kann er mit seinem Vorgesetzten besprechen, wann er für diese Aufgaben von zu Hause aus arbeiten kann.“

Was tut MailStore sonst für die Work-Life-Balance der Mitarbeiter?

„Bei MailStore haben wir gemerkt, dass sich Mitarbeiter in den meisten Fällen gar nicht so sehr mobiles Arbeiten wünschen, sondern schlicht und einfach Flexibilität. Wir bieten unseren Mitarbeitern deshalb flexible Arbeitszeiten, die bei uns auch tatsächlich unbürokratisch gelebt werden. Abgesehen von Meetings und der telefonischen Verfügbarkeit, die wir in bestimmten Abteilungen gewährleisten müssen, herrscht bei uns – solange es die betrieblichen Erfordernisse zulassen – eine ‚Komm-wann-du-willst‘-Regelung. Es gibt bei uns Kollegen, die um 07:30 Uhr anfangen, während andere erst um 10:00 Uhr beginnen. Auch wenn sich zu Hause mal ein Handwerker zwischen 08:00 und 12:00 Uhr angekündigt hat, ist das gar kein Problem. Dank des flexiblen Gleitzeitkontos kann der Mitarbeiter einfach um 13:00 Uhr zur Arbeit kommen.

Unsere Mitarbeiter betonen außerdem immer wieder, wie toll die Atmosphäre bei MailStore ist. Man ist hier keine Nummer, sondern ein echter und wertgeschätzter Teil der MailStore-Familie. Hier trifft man sich auch gerne mal nach Feierabend zu einem MailStore-internen Fußballturnier.

neugierige Kuh
Neugierige Kühe bringen Entspannung in die Mittagspause

Ein weiterer Vorteil ist unsere Lage am schönen Niederrhein. Unser Arbeitsort ist nicht berufsverkehrgeplagt und auch die morgendliche Parkplatzsuche gestaltet sich problemlos. Wer möchte, kann seine Pause auch mit einem Spaziergang durch das Naherholungsgebiet an der Niers, einem Zufluss der Maas, verbringen, das vom Büro aus in wenigen Fußminuten zu erreichen ist. Bei MailStore sind wir zwar mit Begeisterung international aktiv, aber ebenso lokal verwurzelt: Wir arbeiten dort, wo wir leben.“

Wenn Sie einen tieferen Einblick in die tägliche Arbeit bei MailStore erhalten möchten, lesen Sie unsere Blogreihe „Ich bin MailStore, weil…“, in der einige unserer Kollegen berichten, was ihnen bei MailStore gefällt und warum sie gerne zur MailStore-Familie gehören:

Teilen

Ihr Kommentar