Soziale Netzwerke für Unternehmen unbedeutend?

Neueste Zahlen belegen, dass inzwischen ungefähr die Hälfte aller deutschen Internetnutzer Mitglied bei Facebook sind. Somit baut das weltweit größte soziale Netzwerk auch hierzulande seine Vormachtstellung immer mehr aus. Insgesamt sind über 40 Millionen Deutsche in sozialen Netzen aktiv. Die Steigerungsrate und Dynamik in diesem Bereich ist in den letzten beiden Jahren immens – wobei der Trend zur Monopolisierung geht. Alternative Anbieter wie die deutschen VZ-Dienste driften immer mehr ins Marginale.

Diese Fakten – wie auch die abgebildete Top 10 der Online-Communities – stellte der Bitkom gestern als Ergebnisse einer durch Forsa erarbeiteten Studie vor. Insgesamt singt die entsprechende Veröffentlichung jedoch das allseits bekannte hohe Lied auf „social media“. Überraschende Erkenntnisse wurden nicht zu Tage gefördert. Wir zweifeln allerdings schon seit geraumer Zeit, ob das, was über die private Nutzung gemeinhin verbreitet wird, auch Niederschlag findet im Geschäftsleben hierzulande. So fragten wir im Rahmen des ersten MailStore Monitors: Facebook & Co. im Job – Alltag oder Mythos?

Setzen Unternehmen auf die vorgeblichen Möglichkeiten der anderen, direkteren Kommunikation mit Mitarbeitern, möglichen Bewerbern und potentiellen Kunden? Wie ist die berufliche Nutzung überhaupt – oder bleibt die digitale Sozialisation dem Privaten vorbehalten? Welche Plattformen spielen dabei eine hervorragende Rolle?

Schon die Antworten auf die ersten beiden Fragen, die wir unserer durchaus IT-affinen Leserschaft gestellt hatten, überraschen: Circa ein Drittel der Unternehmen, für die die Befragten arbeiten, haben keinerlei offizielle Präsenz in sozialen Netzwerken. Weiterhin spannend: Von den Firmen, die sich engagieren, erhalten über 40 % schlechte Noten ihrer Mitarbeiter. Die Präsenzen bei Facebook, Xing und Twitter werden in diesem Rahmen als „nutzlos“ oder „schlecht“ beurteilt.

MailStore Monitor: Ist das Unternehmen, für das Sie arbeiten, in sozialen Netzwerken offiziell präsent?

MailStore Monitor: Ist das Unternehmen, für das Sie arbeiten, in sozialen Netzwerken offiziell präsent?

MailStore Monitor: Ist das Unternehmen, für das Sie arbeiten, in sozialen Netzwerken offiziell präsent?

Die Verteilung auf die verschiedenen Angebote ist insofern spannend, als das beispielsweise der Microblogging-Dienst Twitter im Business-Umfeld deutlich populärer ist als bei der Privatnutzung. Die Sonderrolle, die das Karriereportal Xing in Deutschland einnimmt, entspricht im Übrigen mehr oder weniger der Position von LinkedIN im englischsprachigen Raum. YouTube nimmt hierbei eine Sonderrolle ein, als dass dieser Kanal beinahe ausschließlich als Zweitverwertungsmaschine von für andere Medien (TV oder die eigene Webpräsenz) konzipierte Bewegtbilder dient.

Als durchweg positiv bewerten schließlich nur 18 von 100 Mitarbeitern die Präsentation der eigenen Firma im sozialen Netz.  Diese geringe Zustimmung wird noch verstärkt durch den Umstand, dass immerhin 15 % sich gar keine Meinung zu dieser Thematik, deren medialer Evidenz eigentlich nicht zu entkommen ist, bilden können oder wollen.

Vorschau: Im zweiten Teil der Auswertung unserer Umfrage zur Bedeutung von sozialen Netzwerken im Berufsalltag wird das Hauptaugenmerk auf der jeweiligen Nutzung der einzelnen Mitarbeiter liegen und welche Schwerpunkte diese dabei bilden.

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